Mühlhausen 2010
KOMMUNIKATION enthält •••MUNI••TION und •••MU••••T••• *
Die Jahrestagung 2010 ist von vielen mit Spannung erwartet worden. Vielfältige Beiträge, ein neuer Moderator, verbandspolitische Fragen, die nicht undiskutiert bleiben würden.
Was die Mitglieder mit nach Hause nahmen, waren interessante Eindrücke, freundschaftliche Gefühle und das Bewusstsein eines konstruktiven Miteinanders. Guido Steinberg war zum ersten Mal dabei: "Ich war besonders überrascht, wie herzlich ich von allen in Mühlhausen aufgenommen wurde, sowohl von den Mitgliedern als auch vom Vorstand. Wer nicht da war, hat was verpasst: interessante Vorträge, geselliges Beisammensein, Netzwerkgespräche und neue Freunde. Das nehme ich mit nach Hause: neue Freunde, neue Ideen, neues Wissen, ich sag noch mal danke an alle und freue mich schon auf das nächste Jahr. Ich bin wieder dabei." Joachim Crocoll war schon zum 17. Mal dabei, kommt immer noch so gerne wie beim ersten Mal und hat von der Diskussionskultur einen sehr positiven Eindruck: "Ich kann berichten, dass man in Mühlhausen in freundschaftlichem Ton miteinander diskutiert hat, gemeinsam konstruktiv Lösungen gesucht und auch gefunden hat."
Ein Ergebnis des konstruktiven Miteinanders ist eine Erklärung, die von allen Mitgliedern des Vorstands unterzeichnet worden ist. Sie bereitet die Zukunft der AGD vor. cs
* Andreas Jacobs in der Anmoderation
Vorträge am Donnerstag
Schrift in der zeitgenössischen Kunst
- 13.45 – 14.00 Uhr
Schrift in der zeitgenössischen Kunst: Ausstellung und Leipziger Typotage 2011
Dr. phil. Susanne Richter, Leipzig/Berlin Kunsthistorikerin, Tätigkeit im Print- und Kulturmarketing seit 2007 Direktorin Museum für Druckkunst Leipzig
Monika Heineck, Lauterbach Dipl.-Designerin, HeineckPartner Unternehmens-kommunikation, Designmanagement
Nicht nur angucken, gern auch anfassen! Für den ersten Vortrag nach der Eröffnung war das Podium mit Drucklettern in eindrucksvoller Größe dekoriert, die unter anderem den Schriftzug "AGD" bildeten. Sie stammten aus dem Fundus des Museums für Druckkunst Leipzig, deren Direktorin nicht nur die Erlaubnis zum Anfassen erteilt, sondern auch Einiges aus der Geschichte des Museums zum Besten gibt.
Gestalterisch betreut wird das Museum von der Kollegin Monika Heineck, die durch einen Zufall (!) zu dem Museum kam – um im Jahr 2000 Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Druckkunst Leipzig zu werden. Diese Gesellschaft veranstaltet auch die Leipziger Typotage; die 17. Leipziger Typotage finden am 28. Mai im Museum für Druckkunst Leipzig statt.
Durch die Arbeit für das Museum ist bei Monika Heineck "zur Leidenschaft für die Typografie die Leidenschaft für die Druck-Geschichte gekommen." Daran lässt sie uns teilhaben – vielleicht sehen wir uns in Leipzig. cs
Wie kann man dem Zufall auf die Sprünge helfen
- 14.00 – 15.00 Uhr
Andreas Jacobs
Wie kann man dem Zufall auf die Sprünge helfen
Der Moderator der Jahrestagung sprang spontan auch als Referent ein, nachdem Sven Bertsch am frühen Morgen seinen Vorrtag wegen Krankheit hatte absagen müssen. Schon dafür gebührt im ein großer Applaus.
Statt sich zielgerichtet mit dem Ball zu beschäftigen, den man ihm vor die Füße gelegt hatte, lässt der kleine Sohn die Blicke über die Wiese schweifen und findet, was sein Vater im Leben nicht gefunden hat: ein vierblättriges Kleeblatt. "Kinder entdecken Glück", sagt Andreas Jacobs. Was eben daran liegt, dass sie noch nicht so zielgerichtet sind.
Wir hingegen haben gelernt, Vernunftmenschen zu sein und räumen unserer linken Gehirnhälfte viel Macht über unser Leben ein. Die linke Gehirnhälfte ist für Sprache zuständig, sie will alles auf einen Punkt bringen und alles nacheinander tun. Sie wünscht sich ein klares Ja oder Nein und verarbeitet 40 Bits/s.
Die rechte Gehirnhälfte verarbeitet Bilder, denkt in alle Richtungen und tut Verschiedenes gleichzeitig. Sie kommt gut zurecht mit einem "sowohl als auch" und arbeitet mit einer Geschwindigkeit von 10 Mio. Bits/s.
Andreas Jacobs hat die linke Gehirnhälfte Bert und die rechte Ernie genannt und findet, die beiden sollten sich auf Augenhöhe begegnen. Den Ernie zu stärken, macht uns kreativer. Auch Fragen nach dem Sinn zu stellen, macht kreativ – und im Idealfall philosophiert man zusammen mit dem Kunden (der meist ein ausgeprägter Bert ist). So können Positionen und Ideen entstehen. cs
Im Spiegelkabinett des Zufalls – Ein Karten-Blick hinter Ihre Kulisse
- 16.00 – 17.00 Uhr
Im Spiegelkabinett des Zufalls – Ein Karten-Blick hinter Ihre Kulisse
Anja-Dorothee Schacht, Hamburg Creative Director, Designerin, Typografin, Illustratorin
Eva-Christiane Wetterer, Hamburg Text, Konzept, Drehbücher, Autorin, Tarot-Coach
Bevor ihr Vortrag beginnt, empfangen Anja-Dorothee Schacht und Eva-Christiane Wetterer das hereinströmende Publikum an der Tür. Jede(r) zieht einen roten Umschlag und soll dabei an die Frage denken, was ihn oder sie beruflich erfolgreicher macht. Geöffnet werden dürfen die Umschläge noch nicht.
Eva-Christiane Wetterer ist seit 25 Jahren "in Tarot unterwegs". Glaubt man da noch an Zufälle? Die Aussagen von Tarot-Karten jedenfalls sind ebenso wenig zufällig wie ihre Symbolik – aber beide sind auch nicht starr. Warum dann nicht, so denkt die Frau des Wortes, ein Tarot-Deck entwerfen, das anstatt der üblichen Symbole Worte trägt. Das hatte es bisher noch nicht gegeben. Die Verbündete in diesem "Spiel der Seele", die Gestalterin Anja-Dorothee Schacht, hat die Aufgabe, Symbole, Werte und Worte der Karten, perfekt in Farbe, Form und Typografie umzusetzen.
Eva-Christiane Wetterer schreibt die Texte für die Karten nicht selbst, sondern sucht monatelang in den Wortschätzen der Welt und wird in der Bibel ebenso fündig wie bei Virgil.
Für die vier Elemente und Symbole – Luft = Schwert, Wasser = Kelch, Feuer = Stäbe und Erde = Münzen – werden die passenden Farben gefunden, zu ihnen und zu allen Aussagen die passenden Schriften. Jede der 78 Karten ist ein Unikat.
Auch ein Verleger wird gefunden. Das äußerst inspirierende Spiel erscheint bei Königsfurt-Urania unter dem Namen "Sentenzia". cs
Karte "Der Magier: "Wenn Du es träumen kannst, kannst Du es auch machen."
Preisverleihung des VIDA Paper Design Award 2010
- 18.00 – 19.00 Uhr
Preisverleihung VIDA Paper Design Award Bernd Pusnik (Premium Papers + Media) Fredrik Kihlberg (Business Area Manager der VIDA Paper AB) Prof. Gertrud Nolte (AGD Jury-Mitglied) Dr. Aladdin Jokhosha (AGD Jury-Mitglied)
Die Sieger, die Bilder, die Fakten finden Sie hier.
Wir gratulieren Jens Mennicke, Paul Wagner, Karlheinz Müller, Heike Klöpper, Ute Zscharnt, Rolf Klöden, Christiane Schäffner, Selina Eugster, Frank Wagner, Stefan Kaderska, Manuel Rigel, Jana Pechan, Eva Sommer und Katherina Bührer.
Wir haben die Wahl – haben wir auch die Motivation?
- 21 – 22 Uhr
Wir haben die Wahl – haben wir auch die Motivation?
Sten Bens, Lehre-Wendhausen Gastreferent Sten Bens ist Autor des Buches ›Das Herz Prinzip‹ und Spezialist für Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung und Führungsentwicklung, emotionales Verkaufen und Zielführung.
Der Vortrag vom Autor und Coach Sten Bens spaltete das Publikum: Die einen fanden den Vortrag „genial“ und „unterhaltsam“, den anderen fehlte der rote Faden und war der Referent zu künstlich, zu selbstverliebt. Wie an einer langen Brainstorming-Kette hüpfte und sprang Sten Bens von der Freude zur Motivation, von der Offenheit zur Wahl, von Alltagsbeispielen zu abstrakten Erkenntnissen.
„Was wir im Kopf nicht vorfinden, können wir auch nicht sehen.“ Und: „Je entspannter man ist, je mehr Spaß und Freude man hat, desto besser funktioniert das Denken.“ Oder: „Erwachsen werden wir ein Leben lang.“ Glück bedeute, einen Zustand herbeizuführen, in dem mehr Wahlfreiheit möglich sei. Viele schienen diese Aussagen zu beeindrucken – nach dem Vortrag war die Schlange derer, die das Buch „Das Herz-Prinzip“ kaufen wollten, lang.
Am deutlichsten und liebsten erinnere ich mich an die Bens‘sche Massen-Massage: Das Publikum wurde aufgefordert, aufzustehen, sich nach rechts zu drehen und dem Nebenmann oder der Nebenfrau einige Augenblicke lang die Schultern zu massieren. Es wurde laut, man kam in Kontakt, es wurde gekichert, geseufzt und gelacht – und machte Spaß. bb
Vorträge am Freitag
Neue Kunden, neues Glück
- 9.30 – 10.00 Uhr
Neue Kunden, neues Glück Mentales und Reales zur Neukundenakquise Marianne Lotz, Koblenz AGD Akquise-Trainerin
So einfach sei das Glück doch nicht zu finden, erklärte Marianne Lotz: Die persönlichen Ebenen wie das eigene Verhalten, das Umfeld oder die Frage nach dem Sinn beeinflussen, was jeder Einzelne in verschiedenen Zusammenhängen als Glück empfindet. Für Designer weiß Marianne Lotz jedoch Rat, um dem Glück auf die Sprünge zu helfen: Traue dich dahin, wo dir der Zufall begegnen kann, verlasse dein stilles Kämmerlein, geh in die Welt. Und zwar mit offenen Sinnen.
Hat man erst einmal den eigenen Schreibtisch mental hinter sich gelassen, ergibt sich eine neue Hürde: Negative Erfahrungen wie Desinteresse oder Absagen dürfen nicht das Denken beherrschen. Daher, so Marianne Lotz, sei es wichtig, sich mit positiven Gedanken zu füllen. Frei nach dem Motto: „Suggeriere dir selbst etwas, sonst macht es ein anderer.“
Allerdings komme das Designer-Glück – im Sinne von gut bezahlten Aufträgen – erst, wenn man sich seines Eigenwerts bewusst sei. Was kann ich besonders gut? Was sind meine Werte, meine positiven Eigenschaften? Wenn diese Frage geklärt sei, dann würden auch Akquisitionsgespräche leichter fallen – und glücklicher enden.
Auf einen Umstand wies Marianne Lotz besonders hin: Akquisition bedeute nicht nur, wachsen zu wollen. Es bedeute auch, manchen Auftrags-Trieb zu kappen, damit Kraft für eine neue Projekt-Blüte vorhanden ist. bb
Young German Design – Fresh Ideas in Graphic Design
- 10.00 – 11.00 Uhr
Ein Buch geht um die Welt – Von einer vagen Idee in den Handel
›Young German Design – Fresh Ideas in Graphic Design‹
Katja M. Becker, M.A., Köln Designerin, Geschäftsführerin von beau bureau Markendesign in Köln, Lehrbeauftragte an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven
Wie kommt ein Buch vom Status des Gedankens in den eines gedruckten Werks, das im Buchladen steht? Bei Katja Becker folgte auf den Wunsch, ein Buch zu gestalten und auch inhaltlich mitzuwirken, als erstes ein Besuch auf der Frankfurter Buchmesse. Der erwies sich als Schritt in die richtige Richtung: Katja Becker lernte ihren Verleger kennen und bereits auf der Buchmesse reiften die Ideen.
Ein Kompendium mit 600 Seiten ist entstanden. Es erschien in verschiedenen Sprachen – deutsch, englisch und englisch/chinesisch – und für die verschiedenen Sprachen wurden unterschiedliche Titel gestaltet.
30 junge deutsche Designbüros stellt das Buch vor, und es geht der Frage nach: Was ist eigentlich deutsches Design? In unserer Rubrik "Bücher" haben wir "Young German Design" bereits ausführlich vorgestellt. Es beschäftigte seine Schöpferinnen über einen Zeitraum von neun Monaten.
Eine Analyse der 30 Profile ergibt: Der typische deutsche Designer heißt Christian Jens Andrea Becker, hat Design studiert, einige Jahre in Agenturen gearbeitet und sich mit 28,5 Jahren selbstständig gemacht. Er trägt schwarz, hat einen red dot Award gewonnen und unterrichtet an der Uni.
Katja Becker bescheinigt den Young German Designers Vielschichtigkeit, viel Liebe zum Beruf und einen ausgeprägt persönlichen Arbeitsstil. Diesen auch über viele Berufsjahre zu retten, ist die Herausforderung. cs
Vom Mut haben und Glück finden. Oder kurz: Spring!
- 11.45 – 12.45 Uhr
Spring! Erkenne und nutze deine Gelegenheiten
Ein Erfahrungsbericht Stefan Waidmann, Braunschweig Diplom Designer, Mitgründer und -inhaber von ›Waidmann/ Post‹, Autor von ›Schrift und Typografi e‹ und ›12 Ideen zur Visuellen Kommunikation‹, (beide Niggli-Verlag)
Stefan Waidmann vom Designbüro Waidmann/Post kann hartnäckig sein: Als in Wolfsburg das phaneo, ein Experimentiermuseum, eingeführt werden sollte und ein neues Erscheinungsbild gebraucht wurde, wollten Stefan Waidmann und Co. dabei sein – doch der Designwettbewerb laufe schon, die Teilnehmer seien ausgewählt, hieß es. Sorry, da sei nichts zu machen. Für den AGD Designer war das kein „Nein“, drum ließ er nicht locker. Letztendlich mit Erfolg: Waidmann/Post durfte am Wettbewerb noch teilnehmen. Zwar hat die vorgeschlagene Designlösung nicht gewonnen, doch war der Einstieg bei den phaneo-Verantwortlichen geschafft und andere Aufträge wurden an das Büro in Braunschweig vergeben.
Wer Glück haben wolle, müsse aktiv werden, seinen Mut sammeln – und springen, sagte Stefan Waidmann in Mühlhausen. Und belegte diese These mit einer anderen Erfolgsgeschichte: Als immer mehr Unternehmen nach Berlin zogen, nutzten Waidmann/Post diese Situation des Neuanfangs und der Veränderung aus, um ihr Können feil zu bieten. Zwar gab es auch Absagen, zwar mussten mehrere Anläufe genommen werden, doch konnte dann ein Großkunde für die Messestandgestaltung gewonnen werden.
Es gehe auch darum, Gelegenheiten zu erkennen und sie zu nutzen, meinte Stefan Waidmann und projizierte einen Kompass an die Wand. Die VW-Tochter James Cook – James Cook baut Wohnmobile – wollte von Waidmann/Post wissen, welchen Kompass man dieses Jahr als Give-away ordern sollte. Die Antwort lautete selbstbewusst: keinen! Stattdessen gestaltete Stefan Waidmann eine Landkarte aus Transparentpapier, auf die die Entdeckerreisen James Cooks eingezeichnet und durch Zusatz-Informationen und Anekdoten ergänzt waren. Seitdem weiß die Wohnmobil-Welt, dass Cook auf seinen Reisen eine Ziege an Bord hatte: Damit man den Kaffee der Südsee mit Milch genießen konnte. bb
Designer x.0 – Erfolgsprinzip Zufall
- 14.45 – 15.45 Uhr
Designer x.0 – Erfolgsprinzip Zufall
Malte Christensen, Berlin Dipl.-Designer und Betreiber des Blogs ›kopfbunt.de‹ These: »Ich muss nicht programmieren können – ich muss verstehen!«
Noch als Student besuchte Malte Christensen im Jahr 2006 die TYPO in Berlin. Das Thema in jenem Jahr war "Play". Die Eindrücke, die er hier gewann, waren maßgeblich für seine Entscheidung, sich selbstständig zu machen und in die AGD einzutreten.Im Jahr 2010 stand die TYPO Berlin unter dem Motto "Passion". Auf dieser TYPO war Malte Christensen Referent. Sein Vortrag war ein leidenschaftliches Plädoyer für die Vernetzung.Die Augen offen halten, Wissen teilen, den Wandel mit gestalten, anstatt ihn über sich ergehen zu lassen – so gibt man, sagt Malte Christensen, dem Zufall die besten Chancen.Er selbst nutzt einen eigenen Blag (www.kopfbunt.de), Twitter und Facebook, um Wissen zu empfangen und weiter zu geben. Informationen und Empfehlungen aus seinen Netzwerken haben für ihn hohe Priorität, da er die Absender kennt und schätzt. Er selbst kann durch die optimale Vernetzung der Medien "Tausende von Menschen mit einem Klick erreichen". Und so Zufälle erzeugen. Aus Online-Bekanntschaften sind gemeinsame Projekte entstanden, aus gezielter Kommunikation sind Profilierung und Know-how erwachsen. "Ich muss nicht programmieren können, ich muss verstehen", sagt Malte Christensen und empfiehlt: "Verzettelt Euch nicht, kümmert Euch um die Dinge, die Euch Spaß machen." cs
Kinder für Design begeistern Ein Experiment zwischen zwei Buchdeckeln
- 16.30 – 17.30 Uhr
Kinder für Design begeistern Ein Experiment zwischen zwei Buchdeckeln.* * Ron Heussen, Anne Mikus, Farid Rivas Michel: ›Das geheime Leben der Bücher‹, Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2010 Ron Heussen, Berlin
Designer, Betreiber von ›realbrands design‹ und ›Inkubator spielbureau‹
Anne Mikus, Berlin, freie Konzeptionerin & Texterin, Dozentin für Werbetext
Farid Rivas Michel, Berlin, freier Illustrator, Mitbetreiber von ›spielbureau‹
Was tust Du? Was ist Deine Arbeit? Farid Rivas Michel fand auf die Fragen seiner Kinder keine befriedigende Antwort. Zu oft saß er vor dem Computer, zu oft trank er mit Kunden Kaffee – das soll Arbeit sein? Doch weil er seine Kinder ernst nimmt, wollte der freie Illustrator eine angemessene Antwort finden, eine, die Kinder verstehen.
Zunächst suchte er sich Kreative, die sein Problem teilten: Zusammen mit dem Designer Ron Heussen und der Texterin Anne Mikus machte sich das Trio daran, ein Buch zu konzipieren, zu schreiben, zu gestalten, zu illustrieren und zu bewerben, das ihren Kindern ihre Jobs erklärt. Herausgekommen ist „Das geheime Leben der der Bücher vor dem Erscheinen“; erschienen ist es im Verlag Herrmann Schmidt aus Mainz.
Die Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit dem Verlag nahm im Vortrag einen prominenten Platz ein – die zum Teil in Formeln wie diese zusammengefasst wurden:
(Sympathie + Idee) x Zufall = Vertrag
Oder:
durchhalten + durchhalten = Buch
„Das geheime Leben der Bücher vor dem Erscheinen“ ist ein Geschichten erzählendes Sachbuch: Die Autorin, der Buchbinder, der Illustrator, der Typograf, die Verleger, die Herstellerin und der Drucker stellen ihre Arbeit vor, mal grantiger, mal offenherziger – wie Menschen eben so sind. Für die – nicht nur jungen – Leserinnen und Leser ist das Buch ein Abenteuer, eine Reise ins Innere der Bücher.
Die Buch-Macher legten an ihr Werk hohe Hürden an: Kinder sollten erst genommen werden, das Buch sollte so konkret wie möglich sein und das Kreativ-Trio wollte in aller Konsequenz sich selber treu bleiben – die drei haben sich ihr Glück selbst gemacht. bb
Über die Vorbereitung auf den Zufall – und die Frage nach dem Autor
- 18.30 – 19.30 Uhr
Über die Vorbereitung auf den Zufall – und die Frage nach dem Autor
Prof. Ilka Helmig, Köln Mitgründerin ›Büro Leitwerk‹ (Köln), seit 2008 Dekanin des Fachbereiches Gestaltung, FH Aachen
Fällt, was einem zufällt, vom Himmel? Hat Zufallen etwas mit Auffallen zu tun? Muss man auffangen, was einem zufällt? Wie kommt es, dass wir uns von allen Möglichkeiten eine aussuchen, um etwas daraus zu machen?
Den Zufall kann man nur in der Rückschau erkennen. Man kann ihn nutzen, aber nicht zwingen. Und man muss zu 98% vorbereitet sein, wenn die 2% Zufall vorbei kommen. Sonst übersieht man sie.
Was das Eine aus der Unzahl der mÖglichkeiten hebt, ist unser Fokus. Ilka Helmig lässt uns teilhaben an einem Prozess, in dem aus ihrer persönlichen Vorliebe für "Gerümpel" eine höchst eigenartige Portraitserie entstehen und Plakate für eine Kunsthochschule, für die die Praktikantin mit Klebestreifen in Räume geklebt wurde. (s. drei|viertel 2009 Bildung für Designer). Der Kunde brauchte lange, um die Plakate lieben zu lernen.
Ilka Helmig nimmt uns mit auf Reisen nach Südamerika, lässt uns teilhaben am Urwald, den sie mit ihrer Klasse baut, schert ein Schaf, um ihm aus der gewonnenen Wolle einen Pullover zu stricken und empfiehlt, immer mal wieder einfach zweckfrei vor sich hin zu denken. Sehr inspirierend! cs
Dank, Musik und Ausblick
Unser Dank gilt allen, die für das geistige und leibliche Wohl der Designer in Mühlhausen gesorgt haben. Allen voran Frau Freyberg und ihrem Team vom Puschkinhaus, das uns nahezu rund um die Uhr mit Speisen, Getränken und Gastfreundschaft verwöhnte.
Große Freude machte uns auch die Jazzsession am Donnerstag mit den AGD Mitgliedern Joachim Crocoll, Gitarre, Bernhard Steuber, Kontrabass, Tobias Wolf, Schlagzeug und dem Gast Christoph Aupperle, Piano. Und am Freitag der NoteDirectorsClub in folgender Besetzung: Joachim Crocoll, Gitarre, Jochen Langer, Bass und Gesang, Ilka Riedler-Zimmermann, Gesang und Saxofon, Tobias Wolf, Schlagzeug und Gesang, Michael Zimmer, Percussion und als Gast Christoph Aupperle, Keyboards. DJ Doc danken wir fürs stimmungsfördernde Auflegen.
Die Designer in Mühlhausen treffen sich wieder vom 29.09.2011 bis zum 01.10.2011. Wir freuen uns drauf!
Bilder von Rainer Menschik
zum Mitgliederportrait von Rainer Menschik >>
Neuer Tag, neues Glück
Das Motto unserer 34. Jahrestagung steht fest: "Neuer Tag, neues Glück. Von der Kunst, dem Zufall auf die Sprünge zu helfen."
Wir werden vom 30. September bis zum 2. Oktober 2010 im Puschkinhaus vielen interessanten Vorträgen lauschen und das kollegiale Miteinander pflegen. Zu den Referentinnen und Referenten gehören der Hamburger Designer Sven Bersch, das Berliner Designer-Texter-Trio Ron Heussen, Anne Mikus und Farid Rivas Michel, die Kölner Kreative Katja M. Becker und der Braunschweiger Designer und Autor Stefan Waidmann. Zur Sprache kommen unter anderem: Der "geplante Zufall", die Begeisterung von Kindern für Design, tau-frische Design-Ideen und das Erkennen der eigenen Möglichkeiten. Moderiert wird die Jahrestagung von unserem Wilhelmshavener Ideen-Coach Andreas Jacobs.
Das Programm vom 30.09. bis zum 02.10.
Donnerstag, 30 September
- 12.00 –13.30 Uhr
Catering und Treff punkt im Puschkinhaus (AGD Einladung)
Registrierung der Tagungsteilnehmer - 13.30 – 13.45 Uhr
Eröffnung der AGD Jahrestagung 2010
Dr. Aladdin Jokhosha, AGD Vorstandsvorsitzender - 13.45 – 14.00 Uhr
Schrift in der zeitgenössischen Kunst:
Ausstellung und Leipziger Typotage 2011
Dr. phil. Susanne Richter, Leipzig/Berlin
Kunsthistorikerin, Tätigkeit im Print- und Kulturmarketing
seit 2007 Direktorin Museum für Druckkunst Leipzig
Monika Heineck, Lauterbach
Dipl.-Designerin, HeineckPartner Unternehmens-kommunikation, Designmanagement - 14.00 – 15.00 Uhr
geplanter ›Zufall‹ – eigeninitiativ Glück möglich machen
Sven Bersch, Hamburg
Dipl.Ind.-Designer, Inhaber der Unternehmen ›novakonzept‹
(Designbüro), ›Die Goldwaffel‹ (Biospezialitäten) - Kaffeepause
- 16.00 – 17.00 Uhr
Im Spiegelkabinett des Zufalls – Ein Karten-Blick hinter Ihre Kulisse
Anja-Dorothee Schacht, Hamburg
Creative Director, Designerin, Typografi n, Illustratorin
Eva-Christiane Wetterer, Hamburg
Text, Konzept, Drehbücher, Autorin, Tarot-Coach - Sektpause
- 18.00 – 19.00 Uhr
Preisverleihung VIDA Paper Design Award
Bernd Pusnik (Premium Papers + Media)
Fredrik Kihlberg (Business Area Manager der VIDA Paper AB)
Prof. Gertrud Nolte (AGD Jury-Mitglied)
Dr. Aladdin Jokhosha (AGD Jury-Mitglied) - Designers Dinner im Puschkinhaus (AGD Einladung)
- 21.00 – 22.00 Uhr
Wir haben die Wahl – haben wir auch die Motivation?
Sten Bens, Lehre-Wendhausen
Gastreferent Sten Bens ist Autor des Buches ›Das Herz Prinzip‹
und Spezialist für Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung und Führungsentwicklung, emotionales Verkaufen und Zielführung. - 22.00 Uhr – open end
Tagesausklang im Puschkinhaus
Freitag, 01. Oktober
- 9.30 – 10.00 Uhr
Neue Kunden, neues Glück
Mentales und Reales zur Neukundenakquise
Marianne Lotz, Koblenz
AGD Akquise-Trainerin - 10.00 – 11.00 Uhr
Ein Buch geht um die Welt – Von einer vagen Idee in den Handel
›Young German Design – Fresh Ideas in Graphic Design‹
Katja M. Becker, M.A., Köln
Designerin, Geschäftsführerin von beau bureau Markendesign in Köln, Lehrbeauftragte an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven - 11.45 – 12.45 Uhr
Spring! Erkenne und nutze deine Gelegenheiten
Ein Erfahrungsbericht
Stefan Waidmann, Braunschweig
Diplom Designer, Mitgründer und -inhaber von ›Waidmann/ Post‹, Autor von ›Schrift und Typografi e‹ und ›12 Ideen zur Visuellen Kommunikation‹, (beide Niggli-Verlag) - Designers Lunch im Puschkinhaus (AGD Einladung)
- 14.45 – 15.45 Uhr
Kinder für Design begeistern
Ein Experiment zwischen zwei Buchdeckeln.*
* Ron Heussen, Anne Mikus, Farid Rivas Michel:
›Das geheime Leben der Bücher‹, Verlag Hermann Schmidt
Mainz, 2010
Ron Heussen, Berlin
Designer, Betreiber von ›realbrands design‹ und ›Inkubator spielbureau‹
Anne Mikus, Berlin
freie Konzeptionerin & Texterin, Dozentin für Werbetext
Farid Rivas Michel, Berlin
freier Illustrator, Mitbetreiber von ›spielbureau‹ - Kaffeepause
- 16.30 – 17.30 Uhr
Designer x.0 – Erfolgsprinzip Zufall
Malte Christensen, Berlin
Dipl.-Designer und Betreiber des Blogs ›kopfbunt.de‹
These: »Ich muss nicht programmieren können – ich muss verstehen!« - Sektpause
- 18.30 – 19.30 Uhr
Über die Vorbereitung auf den Zufall – und die Frage nach dem Autor
Prof. Ilka Helmig, Köln
Mitgründerin ›Büro Leitwerk‹ (Köln), seit 2008 Dekanin
des Fachbereiches Gestaltung, FH Aachen - 19.30 – 20.00 Uhr
Fazit und Ausblick 2010
Andreas Jacobs (Moderation)
und Aladdin Jokhosha - Designers Grill & Buffet im Puschkinhaus (Selbstzahler)
- 22.00 – open end
AGDisco
mit dem AGD Note Directors Club und DJ Doc
›The last walz‹ im Puschkinhaus
Samstag, 02. Oktober
- 9.30
AGD-Netzwerk im kleinen Saal
Arbeiten zeigen, Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen. Mitreden und mitgestalten in der Creative-Lounge. - 13.30
Tagungsausklang
mit dem AGD-Jazz Directors Club, Sekt und Suppe
(AGD Einladung) - 15.00
AGD Wanderung
Wandern unter freiem Himmel bewandert
Die Einladung als PDF
Übernachten in Mühlhausen
Die Altstadt von Mühlhausen und die nähere Umgebung bieten eine Vielzahl an guten und günstigen Übernachtungsmöglichkeiten. Die Tourist Information Mühlhausen vermittelt Ihnen gerne Adressen.
service(at)touristinfo-muehlhausen.de, Telefon: 03601 – 404 77 - 0
Bestens gelegen: Mühlhausen liegt mitten in Deutschalnd, und das Puschkinhaus befindet sich nur wenige Gehminuten von der historischen Altstadt entfernt.
























































































